Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #200 am: 26.06.2010 | 22:03 » |
|
Spatz hatte ihre Waffen vor ihrem Körper gekreuzt gehabt und hatte sich versucht in ihrem Fall zur Seite zu drehen. Was ihr nicht richtig gelungen war. Sie hatte zu wenig Kraft in ihre Beine gelegt gehabt und nun lag sie seitlich auf ihrem Arm. Ein leises Fluchen flatterte hektisch in die Nacht. Das wars… Schoß es ihr durch den Kopf, und ihr Geist wartete nur auf das Eindringen der Klinge in ihren Körper. Wartete auf den beißenden Schmerz des kalten Stahls.
Die Klinge des Riesen wurde durch den Schmerz zur Seite gerissen. Das Aufleuchten der Rune verwehte langsam wieder. Blut lief über sein Gesicht und seine Nase stand in einem unnatürlichen Winkel. Der Blick des Hünen suchte Felix. Legte sich langsam, wie ein schwerer Arm, auf diesen und etwas Hungriges schwamm hinter den hellen Augen. Der Riese spuckte etwas Blut, das ihm in den Mund gelaufen war auf den Boden und rieb sich mit seiner Hand den klebrigen Lebenssaft von der Oberlippe. „Du Sohn einer Hure. Dafür wirst du noch mehr bluten, “ stieß er gefährlich ruhig über seine Lippen und die Klinge fuhr wuchtvoll durch die Kühle der Nacht. Er ging einen Schritt auf Felix zu, während seine Hand nach Spatz griff und diese an den Haaren zu fassen bekam.
Emilie saß im Busch und hatte versucht ihre Augen zu schließen. Genauso wie es ihr Felix gesagt hatte. Sie wollte ein artiges Mädchen sein. Sie hatte immer ein artiges Mädchen sein wollen. Und am Ende immer jeden enttäuscht. Tränen liefen ihr stumm über ihre schmutzigen Wangen. Malten seltsame Zeichen in den Dreck ihres Gesichtes während sie sich versuchte an ein Gebet zu erinnern. „oo..oh…grgroßer Tt..heus, “ schluchzte es leise in die Nacht, als die Stimme des Riesen die kleine Sicherheit in ihrem Busch hinwegfegte wie ein Sturm. Sie riss ihre Augen auf und ihr kleiner, ängstlicher Geist erfasste die Szenerie vor ihrem schützenden Lebensgeflecht.
Spatz spürte den Schmerz in ihrem Kopf. Der Atem erstickte in ihrem Schrei. Der Hüne riss an ihren Haaren. Der Ruck durchfuhr ihren Körper und ihrer Hand entglitt der Dolch. Ihr Oberkörper versuchte ihr Gleichgewicht zu kontrollieren, während sich ihre Finger nach dem Dolch ausstreckten. Doch alles was sie zu fassen bekam, war Gras, Dreck und das blutige Kreuz. Sie trat wie ein Pferd aus und traf den Mann am Bein. Fest wie Stein erschien dieses Spatz. Und dann riss er sie wie eine Puppe vom Boden hoch. Ihre Hand schnellte an die Pranke des Riesen, die sich in ihrem Haar verbissen hatte wie ein Wolf in der Kehle seines Feindes, und ließ dabei ihr Messer fallen. Tränen schossen ihr in ihre Augen und sie konnte nur verschwommen Felix erkennen. Spatz konnte den Boden unter ihren Füßen nicht mehr spüren, aber den Mann direkt hinter ihr. …mist… „Hast du deine Stachel verloren, Biene“, knurrte er ihr ins Ohr, während sein Blick weiterhin nur auf Felix ruhte. Der Mann roch nach Blut. Atme und konzentriere dich. Du bist zäh. Du bist wendig. Du trägst den Namen des Glücks… Die Stimme ihrer Mutter schwamm durch ihren Geist, der alle Farben des Schmerzes trug. Und langsam glitt ihre Hand von der des Riesen weg, glitt in ihren Mantel um sich einen neuen Stachel zu besorgen. Der kühle Griff der kleinen Messer ließ etwas Ruhe in ihr aufkeimen.
Und ihre andere Hand schloss sich schwer und fest um das blutige Kreuz. Möge Theus uns Gnädig gestimmt sein…und das Glück!
Emilies Hand streckte sich nach einem schweren, grauen Stein aus der neben ihr im Gebüsch lag. Nein, sie war nicht bereit wieder alles zu verlieren. Der schreckliche Mann oder sie alle. Und ihre kleine Hand, mit den schmutzigen, abgebrochenen Fingernägeln, schloss sich feste um den alten, grauen Flüsterer. So feste wie einst um ihre Puppe.
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #201 am: 26.06.2010 | 22:47 » |
|
"Du Sohn einer Hure" tönte es Felix entgegen. Diese Worte sollten ihn verletzen. Sie sollten ihn ihn wütend machen und ihm zu Dummheiten verleiten.
Aber der Mann kannte Felix nicht. Er wuste so vieles nicht.
"Ja, das war sie. Aber sie war auch meine Mutter und sie hat mich geliebt. Deine hingegen hat dich scheinbar nichts gelehrt. Zum einen beleidigt man nicht die Mutter eines Mannes. Zum anderen benutzt man eine Frau nicht als Schild. Aus welchen Stall haben sie dich den rausgetretten. Oder kannte deine Mutter vielleicht meine?"
Felix Worte kamen ruhig über seine Lippen. Zu viele hatten ihn schon einen Hurensohn geschimpft. Und sowohl Dolche, als Worte verloren ihre Schärfe, wenn sie zu häufig benutzt wurden. Früher hatte er sich seiner Mutter geschämt. Er hatte versucht jene, die ihn so nannten zur Rechenschaft zu ziehen. Und das hatte ihm schmerzen bereitet. Einer seiner Versuche zierte seinen Rücken. Man schlug keinen Offizier. Und wenn sie nicht so verzweifelt Soldaten gebraucht hätten ... Dann hatte einer seiner Kameraden ihm erklärt, das seine Mutter ihm geliebt hatte, und ihren Körper verkauft hatte, damit sie ihn ernähren konnte. Als er das begriffen hatte, war es bereits zu spät. Felix Mutter war schon lange tot.
Beim letzten Satz verengten sich die Augen des Hühnen. Einen Moment lang lockerte sich der Griff des Mannes, mit dem er die Haare von Spatz hielt. Die Knöchel seiner Schwerthand tratten weis hervor.
"Ohja, das scheint gesessen zu haben' dachte Felix. Sein Gegner veränderte etwas die Stellung seines rechten Beines. Ein Blick zu seiner Schwerthand zeigte, das er Rechtshänder war. Schmerzlich bemerkte Felix, das sein Degen immer noch in der Scheide steckte. Wenn der Mann sprang oder heranstürmte, würde Felix nicht mehr die Zeit haben seine Waffe zu ziehen. Es gab nur noch eine Möglichkeit der Parade für ihn. Er hatte sowas noch niemals mit Pórte versucht. Er hatte darüber gelesen und es geübt. Aber noch nie im Kampf eingesetzt. Vorsichtig hob er seine Hände. Er spürte den Schmerz in der linken Schulter. Es machte ihn etwas langsamer. Es war ein Glückspiel und wenn er verlor ...
Dann entspannte sich sein Gegner und lies lansam die Luft aus seinen Lungen entweichen. "Fast hätest du mich gehabt kleiner Mann!" Er machte einen Schritt vorwärts, auf Felix zu. Sein Griff nicht mehr ganz so fest im Haar vom Spatz, trug sie in die Richtung von Felix. Das Schwert in der Hand hob sich und schnellte auf Felix nieder....
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #202 am: 26.06.2010 | 23:32 » |
|
Spatz Hand schloss sich immer fester um das Kreuz, dessen scharfe Kanten ihr in die Haut schnitten und kleine, blutige Risse hinterließen. „Du kennst mich nicht. Ich benutze keine Frauen als Schild, aber ich räume sie gerne vom Kampfplatz, “ eine Stimme, wie ein eisiger Nordwind, wehte über seine blutigen Lippen. Die Muskeln unter seiner Haut spannten sich an. Verhärteten sich zu einem Gebirge aus Kraft und Felix merkte die Wut hinter der Stirn des Mannes. Wie ein eingesperrtes Tier knurrte sie ihm entgegen.
Emilie erhob sich langsam. Die Hand mit dem Stein hing fast leblos an ihrem Körper herab. Viel Kindheit hatte das kleine Mädchen nie erlebt. Viele Grausamkeiten waren schon in jungen Jahren, finsteren Vorboten ähnelnd, in ihr Leben galoppiert. Ein leises Rascheln umschloss den Busch in dem die Kleine nun stand. Einige Blätter wackelten fröhlich als sie den Körper von Emilie streiften. Doch ihr Blick kannte nur eine Sache, den bösen Mann mit dem wilden Bart.
Spatz atmete durch. Der Schmerz hatte etwas nachgelassen und ließ sie etwas klarer denken. Das Kreuz drehte sie in ihren Fingern. Das Messer begrüßte ihre Hand und trat aus der Dunkelheit ihrer viel zu großen Jacke hervor.
Alles ging nun sehr viel schneller, und verlief nun sehr viel anders, als Spatz erwartet hatte…
Während sie ihre Waffen für einen „über Kopf Angriff“ vorbereitete, riss der Mann sie noch einmal leicht zurück, nur um sie danach mit einer kraftvollen Bewegung in Felix Richtung zu schleudern. Wie einen nutzlosen Gegenstand. Die kalte Luft der Nacht schlug ihr ins Gesicht, wie eine Hand, und ihr Schmerz verwehte noch etwas mehr. Sie kam auf ihrer Schulter auf, spürte den Boden gegen diese Schlagen und vermochte es noch sich irgendwie abzurollen. Ihre Bewegungen wirkten abgehackt und nicht mehr sonderlich geschmeidig.
„Also einen Kampf zwischen Mann und Junge. Fein. Wenn du überlebst hast du noch was für dein Leben gelernt. Wenn…, “ eine Grabeskälte sickerte aus jedem Wort und ließ keinen Zweifel daran, dass der Riese Felix keine Chancen einräumte. Die Klinge seiner Runenwaffe fuhr schwer durch die Luft.
Spatz stemmte sich schwerfällig vom Boden ab. Sie biss ihre Zähne zusammen und drehte sich langsam, auf die Beine dabei kommend, dem Riesen entgegen. Das Kreuz rutschte etwas aus ihrer Hand, baumelte an den Resten der Kette zwischen ihren Fingern und ihre Augen glühten voller Entschlossenheit.
Blut sickerte aus der Wunde an ihrer Seite, lief aus ihrem Mund und ihr Körper fühlte sich wie ein Nadelkissen an. Jedenfalls war Spatz sich sicher, das sicher in Nadelkissen genauso fühlen musste, Das Messer drehte sich zwischen ihren Fingern und die Klinge zeigte auf den Hünen.
Der Vestenmannavnjar verzog seinen Mund zu einem boshaften Grinsen. Er trat einen Schritt nach vorne, die Rune auf seiner Waffe glühte auf als…
…ein Stein, schwer und ohne umschweife, direkt an seiner Schläfe einschlug. Wie ein wirklich gut gezielter Faustschlag. Emilie stand im Gebüsch, nur ihr Kopf und ihre ausgestreckte Hand waren zu sehen. Sie hatte sich die Tränen mit dem schmutzigen Ärmel ihres einst so schönen Sommerkleides weg gerieben. Damit sie nicht alles so schrecklich verschwommen sah. Ein guter Blick war nämlich wichtig. „Das hat mir Jérôme beigebracht. Steine werfen. Zielen… Treffen, “ ihre Stimme klang schrecklich klar. Der letzte Rest ihrer Kindheit hatte sie mit dem Stein davon geschleudert.
Der Hüne ging in die Knie. Fiel dann, wie ein alter Baum den man gefällt hatte, langsam auf sein Gesicht. Alles was er noch erblickte, bevor die Welt im Dämmerlicht einer Bewusstlosigkeit versank, war das baumelnde, sich leicht drehende Kreuz zwischen Spatz Fingern.
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #203 am: 26.06.2010 | 23:58 » |
|
Spatz Flog ihm entgegen. Und so leid es Felix tat, er konnte sie nicht auffangen. Wenn sie überleben wollten, dann mußte er auf dem Beinen bleiben. Also machte er einen Schritt zu Seite und lies Spatz an sich vorbei. Er biss die Zähne zusammen und mußte sich zu den einem Schritt zwingen.
Als der Hüne seine Klinge in seine Richtung schnellen lies, reagierte Felix instinktiev, obwohl sein Gegner noch zu weit entfernt war. Seine Hände trafen sich in der Mitte und er riss die Realität entzwei. Ein leises Flüstern ertönte. Seine Handschuhe zerrissen, zerfasserten, verschwanden. Wie immer, wenn das geschah, wunderte Felix sich einen Moment lang, wieso das nicht auch mit seinen Händen pasierte.
Dunkles Blut lief an dem Riss entlang, den Felix nur einen Augenblick lang offen halten konnte. Nicht gut. Zu früh. Zu kurz. Aber es war alles was Felix hatte.
Und dann traf der Stein den Mann an der Schläfe. Und Felix hörte Emilies Worte. Das hätte nicht pasieren dürfen. Felix wuste, wie die kleine sich fühlte. Er selbst wart noch fast ein Kind gewesen, als er seinen ersten Mann getötet hatte. Etwas ihn im war zerbrochen. Und es war niemand dagewesen um ihn zu retten.
Einen Moment lang starrte er Emilie an. Dann suchte er den Blick von Spatz. "Spatz, bring die kleine hier weg. Bleib bei ihr. Halt sie fest. Ich komme gleich nach. Ich kümmere mich um den Rest hier. Aber bring sie blos weg."
Ein seltsamer Ton hatte sich in Felix worte geschlichen. Eine Dringlichkeit, die Spatz in der kurzen Zeit, seit sie Felix kannte noch nicht gehört hatte. Seine Augen hatten sich auch verändert. Es war etwas darin zu sehen, von dem Spatz sich nicht sicher war, was es war. Schmerz? Konnte es sein, das es Schmerz war? Sollte es nicht Erleichterung sein, das sie noch lebten?
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #204 am: 27.06.2010 | 08:58 » |
|
Irgendwo in der Nähe… Der Schnabel des Rabens öffnete sich, während seine spitzen Krallen langsam in den Resten einer überwucherten Mauer verschwanden. Er stieß ein lautes Krächzen aus und sein Ruf ritt mit dem Heulen des Windes über die Stadt hinweg. Glitt wie eine unsichtbare Kreatur über die Kämpfenden und über den Wald hinfort, auf der Suche nach Verbündeten.
Die gelben Augen des Vogels spiegelten die vielen, flackernde Lichtpunkte der Stadt wieder und sogen förmlich das Leid und den Schmerz der Menschen hier in sich auf.
Er war nur einer von vielen, und die Antwort seiner hungrigen Verwandten ließ nicht lange auf sich warten. Ihre krächzenden Stimmen durchzogen die Schreie und den Kampfeslärm der Stadt und viele, dunkel gefiederte Kreaturen erhoben sich. Folgten dem Ruf des krächzenden Einen.
Emilie, Felix, Spatz und ein gefällter Baum…[/u] Spatz sah Felix an. In ihren Augen glühte Verwunderung und Angst. Und, wie kleine Sterne in der Dunkelheit eines nächtlichen Himmels, funkelte Glück dazwischen auf. Die junge Frau hatte ihre Arme ausgebreitet, in die Emilie gelaufen kam und schützend legten diese sich um das Kind.
Das kleine Mädchen hatte den Riesen zu fall gebracht. Leise, unsicher und traurig, fragte sie:“ Ist der böse Mann tot? Habe ich ihn umgebracht? B..b..bin ich nun eine M..mörderin?“ Spatz schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, ich glaube er lebt noch. Aber er schläft jetzt…“ Es war die Stimme von Emilie die Spatz mehr berührte als die vielen, traurigen Geschichten die Krimar ihr manchmal erzählt hatte. Die Art wie Emilie sprach. Die Traurigkeit in jedem Worte… Spatz musste schlucken und, wie eine stille Antwort auf ihre Gedanken, drückte sie Emilie noch etwas fester an sich. Was die Schmerzen in ihrem Körper wieder verstärkte. Sie lächelte. Das war ein Zeichen dafür dass sie wahrlich noch lebte. „Danke, Emilie. Du hast uns gerettet…, “ keine Unsicherheit haftete diesen Worten an. Nur die klare Erkenntnis, dass sie gegen diesen Mann alleine keine Chance gehabt hätten.
Spatz drehte ihren Kopf leicht zur Seite, legte ihre Wange an die Stirn von Emilie und betrachtete Felix. „Wir können dich doch nicht einfach…alleine lassen, “ Vorsichtigkeit tollte über den Satz hinweg. Was sie sah erschreckte sie fast und sie sog die Luft leicht ein. Etwas lag in dieser. Es war nicht nur der Geruch nach Angst, Blut und Verzweiflung. Etwas Magisches flackerte über ihm und um ihn herum. Durchzog Felix wie sein Atem.
Irgendwo in der Nähe…
Das Krächzen der Raben ritt über die sonstigen Geräusche der Nacht hinweg. Der Rabe auf der Mauer warf seinen gelblichen Blicke voraus. Legte seinen Kopf zur Seite und versenkte seine Aufmerksamkeit in der Ferne. Eine schwarz gefiederte Heerschar, einer dunklen Wolke ähnelnd, sammelte sich über dem Raben auf dem Mauerrest. Kaum gegen den schwarzen, trostlosen Nachthimmel zu erkennen.
Und langsam breitete der schwarze Gesell auf der Mauerruine seine schimmernden Flügel aus und erhob sich.
Emilie, Felix, Spatz und ein gefällter Baum…[/u] Ein Krächzen, wie aus vielen Schnäbeln in die Dunkelheit gespieen, schwamm dem Ort wo sie standen entgegen. Ein Ruck ging durch den Körper des gefällten Riesen am Boden. Seine Hand schloss sich um den Griff seiner Waffe. Seine Haare, die zu vielen Zöpfen geflochten war, in denen Steine mit seltsamen Zeichen hingen, rutschten leicht zur Seite. Gaben den Blick auf den breiten Nacken des Vesten frei. Ein stilisierter Rabe spannte sich rötlich über das Fleisch des Mannes. Er stöhnte etwas, doch dann erschlaffte der vernarbte Körper des Hünen wieder.
Spatz Augen zeichneten den Mann mit großer Überraschung und Angst nach. Ihr Blick bohrte sich dabei in die Tätowierung des rötlichen Raben. Es war nur ein einziges Bild, doch das löste tiefe Ängste in ihr aus. Lockten diese aus dunklen, tiefen Abgründen ihres Innersten hervor, die aus Vergangenheit und Vergessen gebaut waren. Angründe die jeder Mensch beherbergte. Die Narbe an ihrem Hals begann zu schmerzen und ihre Hand legte sich an das bunte Tuch, das um ihren Hals geschlungen war. was…bei Theus… oh oh… wir sollten hier schnell weg…
Sie blickte auf, es lag wirklich sehr viel mehr als nur dieser Kampf um die Stadt in der Luft. „Felix… lass…lass uns gehen. Bitte!“ Ihre Stimme erklang eindringlich und sie zog Emilie langsam von diesem Ort weg. Spatz wusste dass sie Felix nicht zwingen konnte mit ihnen zu gehen. Doch sie hoffte darauf, dass er wusste was er tat. „Das…ist ein wirklich böser Mann…der, glaube ich, mit wirklich bösen Mächten…, “ mehr konnte sie nicht sagen. Der feste Griff von Emilie und das leise, erneut aufkeimende Schluchzen von ihr rissen die Aufmerksamkeit von Spatz zurück.
Spatz musste das Kind in Sicherheit bringen. Egal was Felix nun tat.
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #205 am: 27.06.2010 | 21:37 » |
|
"Geh vorraus, ich folge euch gleich!" war die Antwort von Felix. Er wartete einen Moment, bis Spatz mit dem Kind hinter den nächsten Büschen verschwunden war. Dann ging er zu dem am Boden liegendem Mann. Er zog seinen Degen, steckte es neben sich in den Boden und drehte dann Mühsam den gefällten Riesen auf den Rücken.
Blut strömte aus einer Wunde an der Schläfe. Und trozdem war er nicht tot. Einen anderen Mann hätte der Stein wohl getötet.
Felix nahm seinen Degen auf und setze ihn am Hals des Mannes an. Ein schneller Stich und er würde verbluten. Niemals wieder würde er jemanden bedrohen. Und ein wenig mehr Blut an den Händen.... würde das noch schaden?
Einen Moment lang stand Felix noch unschlüssig da. Dann steckte er seinen Degen wieder weg, ohne zugestochen zu haben. Er drehte sich um und folgte Spatz und Emilie. Zuerst langsam und wiederwillig, bewegte er sich von dem Mann weg. Sein Instinkt schrie ihm zu, es nun zu Ende zu bringen. Und trotz der vielen Toten, die auf sein Gewissen gingen, konnte Felix den Mann nicht töten. Der Krieg war vorbei. Das töten und Morden lag hinter ihm. Auch wenn es gerade nicht so aussah. Und er hatte es noch niemals über sich gebracht, einen wehrlosen zu töten. Felix Schritte wurden schnelle und entschlossener, er rannte fast, um Spatz und Emilie einzuholen.
Was Felix nicht sehen konnte war, das sich die Augen des am Boden ligenden, für einen kurzen Moment öffneten und seinen Rücken fixierten. Ein leises Wort drang über die Lippen des Mannes, dann schloss er die Augen wieder. Über Felix schlug ein Rabe mit den Flügeln und eine Feder schwebte sacht vom Himmel und senkte sich auf die Schulter von Felix. Doch auch das bemerkte er nicht.
Bald hatte Felix Spatz und Emilie erreicht und schloss sich ihnen an.
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #206 am: 28.06.2010 | 22:16 » |
|
Spatz schob und zog Emilie durch das Gestrüpp hindurch. Jeder Ast, jedes Knacken, jeder Schatten ließen Spatz verharren und lauschen. Ihr Kopf schmerzte und ihre Gedanken taten es auch.
…roter Rabe… roter Rabe…Busch... Schatten...ah, auch nur ein alter Baum...gut...roter Rabe... Ihre Hand hatte sich wieder feste um das Kreuz geschlossen. In ihren Augen trieb, wie ein Stück Holz auf einem aufgewühlten Gewässer, ihre Verunsicherung.
Das schwere Knacken eines Astes ließ sie herumfahren. Emilie dabei hinter sich schiebend. Pein und Angst zeichneten sich schwer auf ihrer Stirn ab. Ihr Atem hielt die Luft an. Ihr Geist fischte ein Erinnerungsfragment aus dem tiefsten, vergessenen Abgrund ihrer Ängste hervor. In einer quälenden Langsamkeit, wie an einer Kette aufgefädelt, zog sich diese Erinnerung vor die Realität.
Doch dann, einem gewaltvollen Faustschlag gleich, blitzten die Erinnerungsfetzen stakkatoartig in ihr auf. Überschlugen sich förmlich, stürzten in sie wie ein tosender Wasserfall und trieben ihr Tränen in die Augen. …Äste, unter ihren kleinen Füßen, die eine Melodie aus Knacken und Zerbrechen angestimmt hatten…
…Ein dunkles Dickicht was an ihr riss…
…stolpernde Angst die ihr Herz wie eine Faust umschlossen hatte…
…die bösen Männer in ihrer Nähe…
…Äste die sie an ihren Beinen festhielten, die ihren Körper zu fall brachten…
…ein saftiger Brombeerbusch mit vielen, süßen Beeren und Stacheln…
…ein roter Rabe auf dem Rücken einer Hand…
…eine Hand die sie packte…
…viele kalte Bisse und…
Spatz starrte Felix überrascht an. Fast hätte sie zu gestochen. Ihre Hand mit dem Messer war leicht in seine Richtung gezuckt. Nur kurz. Nur für den Moment zwischen Erinnerung und Realität. Wie eine Ertrinkende schnappte sie nach Luft. Tränen standen noch immer in ihren Augen. Ein knappes Nicken bekam sie zustande. …egal…was war wird immer sein… und nun, husch, husch… nach Hause… n a c h H a u s e…
Emilie rieb sich mit ihrem Handrücken die Tränen aus den Augen und schaut zwischen ihren wild gelösten Haarsträhnen zu Felix. Sie löste sich von Spatz und rannte ihm in die Arme. Erleichterung lag in der Umarmung des Mädchens.
„Gut, das du wieder da bist…,“ der Mund von Spatz stand einen kurzen Augenblick noch offen, nicht länger als das Zwinkern eines Sternes in der Nacht bevor er sich stumm wieder schloss. Sie hatte noch etwas witziges Sagen wollen. Etwas Amüsantes. Irgendwas, was den Schrecken vertrieben hätte, der sie Alle umklammerte wie ein schlechter Geruch. Doch zum ersten Mal in ihrem Leben gelang ihr das nicht. Wollte Spatz nichts einfallen, was ihre Zweifel vertrieb. Zu sehr atmete diese seltsame Erinnerung noch ihren fauligen Atem in ihren Nacken. Spatz drehte sich geschwind um und bewegte sich mit den Beiden weiter. Sich angestrengt auf das Hier und Jetzt konzentrierend. Wohl darauf bedacht Brombeerbüschen auszuweichen.
Und irgendwo in der Nacht schickten Raben ihre Rufe in die Schwärze, während die Schlacht um die Stadt noch immer lautstark tobte…
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #207 am: 28.06.2010 | 23:20 » |
|
Verduzt starte Felix einen Moment nach unten. Dann ging er in die Hocke und umarmte Emilie kurz. "Du warst vorhin sehr mutig. Eigentlich wollten Spatz und ich ja dich beschützen. Aber am Ende hast du uns beschützt. Danke dafür. Und nun sollten wir Spatz folgen!"
Felix reichte Emilie seine Hand und beeilte sich an die Seite von Spatz zu gelange.
Einen Moment lang ging er stumm neben Spatz.
"Er lebt noch!" durchbrach seine Stimme endlich die Stille. "Ich konnte es nicht tun ... Obwohle es vielleicht besser gewesen wäre!"
Es war schon seltsam. Wieso rechtfertigte er sich eigentlich vor Spatz. Es war doch wohl seine Sachen, was er tat.
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #208 am: 29.06.2010 | 16:27 » |
|
Spatz warf einen kurzen Blick zu Felix, an dem nun Emilie hing und runzelte leicht ihre Stirn. Ihre Hand bog einen tiefen Ast leicht zur Seite, damit die Kleine und Felix hindurch kamen. „Du bist kein Mörder“, erklang ihre Stimme und beendete sachlich feststellend das Thema "böser Mann". ...hier und jetzt...nur hier und jetzt...
Einige Lichter schimmerten nach einiger Zeit durch die verschachtelte Ast- und Blätterwelt hindurch, durch die sie sich vorsichtig bewegt hatten. Ein raucherfüllter Geruch lag in der Luft, den Spatz innehalten ließ. Es roch nicht nach wilden Kräutern und Freiheit. Das waren nicht die Lager ihres Jahrmarktes.
Ihre Hand schlug leicht gegen den Brustkorb von Felix und sie legte ihren Zeigefinger an ihren Mund. Vorsichtig schob sie ihre Finger durch die Blätter hindurch und öffnete mit diesen ein Guckloch. Sie sah nicht viel. Ein Lager aus einigen Zelten. Ein Feuer in der Mitte, welches alles in einen wilden Tanz aus Feuerschein und Schatten senkte. Ein paar Personen standen etwas außerhalb des rötlichen Lagerfeuers, welches schon weit herunter gebrannt war. Vielleicht unterhielten sie sich. Vielleicht standen sie wache. Hm… ich müsste näher an das Lager heran, um genaueres zu erspähen… Worte die ihr langsam, wie ein vorsichtiges Kätzchen, durch den Kopf schlichen und die sie gleich wieder verwarf. Zu Unklug in ihrer momentanen Situation.
Ihr neugieriges Auge löste sich wieder aus seiner Beobachtungsstelle und ihr Kopf legte sich leicht zur Seite. „Wir sind wohl etwas zu weit nach…,“ zu mehr Flüstern kam Spatz nicht. Etwas marschierte an ihrem ungewollten Versteck vorbei. Eine Gestalt. Nicht mehr als ein Schatten, der eine Waffe geschultert hatte, deren Spitze leicht metallisch im hiesigen Dämmerlicht schimmerte.
Spatz hielt den Atem an und wartete bis die Person vorbeigegangen war. „Himmeldonnerwetteraberauch“, fluchte sie leise, sehr leise, und murmelte gen Felix,“ das scheint ein Lager zu sein. Aber von was oder wem? Ich habe nicht viel erkennen können…“ Dabei war beobachten und „erkennen können“ etwas, was sie schon immer gut gekonnt hatte. Ein unzufriedenes Seufzen entfloh ihren Lippen. Sie war müde und… …du lebst noch. Also hör auf zu jammern Glückskind… schollt sie sich selbst.
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #209 am: 29.06.2010 | 23:29 » |
|
"Wenn es nicht der Zirkus ist, dann sollten wir kein Risiko eingehen. Wir alle drei sind Müde und wollen uns ausruhen. Besser wir verschwinden von hier und umgehen das ganze weiträumig." flüsterte felix zurück.
"Ich für meinen Teil hatte für heute genug kämpfe!"
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
Moellchen
Püllmöll
Offiziere
Vollmatrose
 
Karma: 1
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 1850
*och...*
|
 |
« Antworten #210 am: 30.06.2010 | 06:32 » |
|
Spatz nickte Felix zu und zeigte auf den kleinen Pfad den sie erschaffen hatten. „Lass uns wieder ein Stück zurück und dann dahin, “ ihre Hand zeigte eine andere Richtung an, während ihr Mund nicht mehr als ein Flüstern war, “ gehen. Hier entlang zu schleichen ist mir zu riskant. Ich folge euch und bald haben wir unsere verdiente Ruhe…“ Ein Zwinkern breitete seine aufmunternden Flügel aus und flog von ihrem Auge den Beiden zu.
Spatz hielt sich hinter Felix und Emilie, die sich umdrehten und langsam voran gingen.
|
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #211 am: 30.06.2010 | 13:39 » |
|
Grade noch hatte sie gedacht sie hätten es fast geschafft, schon waren viele Dinge auf einmal geschehen. Die junge Frau namens Spatz, die ihr die Zügel ihres Pferdes in die Hand drückte, anstatt mit dem Kind das Pferd zu nehmen und dann gemeinsam mit dem Verletzten der das Kind trug Richtung Zirkus und Jahrmarkt davon rannte. Nasir der sich aufmachte Jazhani zu retten, was sie ja auch erwartet hatte und sie … … alles war so schnell geschehen, ohne das sie das Gefühl hatte reagieren zu können, wie als bewege sie und ihre Gedanken sich in Zeitlupe während alles andere an Tempo gewann. Johanna fühlte sich aufgewühlt, dieses Gefühl der Unentschlossenheit traf sie heute nun schon das Zweite mal, umso mehr verwirrte sie es. Sollte sie hier warten, könnten die beiden Crescentern überhaupt über diesen Weg noch fliehen, oder sollte sie besser den anderen Beiden folgen, schließlich schienen ihr beide verletzt und dazu noch mit einem Kind belastet.
Johanna blickte den Beiden nach, doch sie waren bereits von der Dunkelheit der Nacht verschluckt, so blickte sie nun den Wehrgang entlang ohne wirklich etwas zu erkennen. Vielleicht hoffte sie ein Zeichen zu erhalten was sie tun sollte, vielleicht auch nur zu erkennen wie es den beiden Cerscentern erging und ob sie Sie brauchten.
Bestimmt 2 Minuten wirkte sie wie erstarrt, dann kam soweit Bewegung in sie, das Johanna sich wieder auf das Pferd schwang, dabei jedoch zu gut wie möglich die Pforte im Auge behielt die von ihrem Blickwinkel aus völlig verwaist zu sein schien. Nachdem sie aufgesessen war glitt ihre linke Hand wie von selbst wieder in ihren Panzerhandschuh und die andere an ihren Degen.
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #212 am: 30.06.2010 | 20:10 » |
|
Jadzani trat nach draußen, schaute sich kurz um. Von ferne sah sie eine kleine Abteilung mit Musketen anrücken. "Nasir!" Sie schnalzt mit der Zunge und schon kommt Nasirs Pferd. Endlich sant auch Nasir neben ihr. Mit einer geschmeidigen Bewegung stieg er auf und sie tat es ihm gleich.
Die Lunten brannten schon der Musketiere, aber noch bevor die Kugel aus den Waffen ihren Weg irgendwo vorne suchten, waren die beiden Crescenter hoch zu Roß schon durch das Tor. Den Moment der relativen Ruhe genoß Jadzani und hoffte einen weiteren Moment der Ruhe.
|
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #213 am: 30.06.2010 | 21:56 » |
|
Felix folgte den Pfad zurück und dann in die Richtung, die Spatz gewiesen hatte. Immer wieder schaute er sich um, um sicher zu gehen, das Spatz noch da war. Bald schon hatten sie das Dickicht hinter sich gelassen und erste Lichter tauchten auf. Felix hoffte, das das der Zirkus war. Viel weiter würde er nicht gehen können. Und einen erneuten Kampf würde er erst recht nicht durchstehen.
Der letzte Kampf war schon hart an der Grenze gewesen. Das einzige, was ihn noch auf den Beinen hielt, war sein Stolz und die Tazsache, das er Emilie und Spatz in sicherheit bringen wollte.
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #214 am: 6.07.2010 | 12:04 » |
|
Das Pferd unter ihr tänzelte leicht auf der Stelle, denn die eigene Anspannung konnte die Reiterin nicht verhindern nicht auf das Tier zu übertragen. Johanna erwartete eigentlich jederzeit einen Angriff, da sie jedoch ihre Augen nicht überall halten konnte, war sie entsprechend angespannt und lauschte in die Nacht hinein. Plötzlich sprintete ein schwarzer Rappe durch das Tor, Johanna benötigte einige wenige Augenblicke zu realisieren das Nasir und Jazhani an ihr vorbei in die Nacht sprinteten, bevor sie ihr eigenes Pferd zum wenden brachte um ihnen zu folgen. Gerade hatte Johanna noch erwartet dass jeden Moment die Verfolger durch das Tor kommen würden, als sie zuerst das flattern vieler Flügel vernahm und dann hinter sich die Schüsse der Musketen in die Mauer gehen hörte. Sie kam nicht dazu sich nach Verfolgern umzusehen, denn ihr Pferd benötigte all ihre Aufmerksamkeit, und erst als sie die anderen Beiden bereits fast zu verlieren drohte gelang es ihr das Tier wieder unter Kontrolle zu bringen, um sich ihnen anzuschließen.
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #215 am: 6.07.2010 | 22:48 » |
|
Sie sprengten durch das Tor mit einer Geschwindigkeit, so das Jazhani glaubte, auf einem Pegasus zu reiten, der mit schierer Kraft seiner Flügel immer mehr Distanz zwischen ihnen und dem Feind auf dem Tor.
Das Dröhnen der Musketen füllten die Ohren, während die Feuerwaffen ihr tödliches Eisen auf die Fliehenden spien. Die Crescenterin schaut über Nasirs Schulter und erblickte Johanna. Ihre Augen wurden feucht vor Rührung, Sie die in diesem Land nichts war als eine Exotin, spürte etwas wie Verwandschaft mit der Frau aus dem rauen Land.
Ein kurzes Zucken. Von irgendwo her erscholl der Klang einer Trompete, man sah Fahnen wehen und ein Meer von gezogenen Säbeln im Mondenschein glänzen. Nichts weiter als ein weiteres wahnsinniges Unterfangen die Mauern zu erobern vom Feind.
|
|
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #216 am: 12.07.2010 | 09:44 » |
|
Während Johanna versuchte weiter nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten, um nicht einfach hinein zu reiten, schweifte ihr Blick suchend nach den Beiden mit dem Kind. „Hoffentlich haben sie bereits den Zirkus ohne weiteren Schaden erreicht, sie hätten nicht einfach losrennen sollen“, grade murmelte diese Worte zu ende als es ihr endlich gelang Nasir und Jazhani einzuholen und ihr Pferd neben sie zu lenken. „Geht es euch soweit gut?“ fragte sie an Jazhani und Nasir gewandt.
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #217 am: 12.07.2010 | 20:36 » |
|
"Fort? Allein?" Die Crescenterin schaute Johanna an, ihre Augen spiegelten wieder das sie es als schrecklich empfand. "Warum? Ihr hättet alle gehen müssen..." Es schien als lege das Gewicht ganz Théas auf ihren Schultern. "Bei der Mutter des Lebens..." Ohne es zu merken wechstelte sie in Tikarae. "...warum? Warum geht alles fehl, was ich versuche oder wendet sich gegen uns?" Zuviel war geschehen als das die junge Frau dies mit stoischer Ruhe so hinnehmen konnte.
Mehrfach atmete sie tief, ganz tief durch erst dann sprach sie wieder. "Johanna, hilfst Du uns sie zu suchen?"
|
|
|
|
|
Slobo
der Hofnarr
Offiziere
Marineinfanterist
 
Karma: 4
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 2221
Entrophy auf Beinen!
|
 |
« Antworten #218 am: 12.07.2010 | 21:49 » |
|
Die Lichter vor Spatz, Emilie und Felix stellten sich tatsächlich als der Zirkus heraus. Gleich neben an waren die buten Wagen eines Jahrmarktes.
'Seltsame Zeiten sind das' schoss es Felix durch den Kopf 'Ein Jahrmarkt und ein Zirkus zur gleichen Zeit am selben Ort! Normalerweise trifft man das eine oder das andere an ....!'
Erschöpft schüttelte er den Kopf. Es war nicht seine Sache. Mit etwas Glück würde man ihm hier einen Unterschlupf gewähren.
"Wer geht da!" ertönte es. Etwas weiter vor ne standen einige Zirkus- und Jahrmarktleute. Sie hatten sich mit allem bewaffnet, was als Waffe zu gebrauchen war. Einige trugen schwere Hammer, mit denen die Pflöcke des Zirkuszeltes in den Boden getrieben wurden, andere hatten Knüppel und oder Gerätschften wie Besen und dergleichen in den Händen.
Gerade wollte Felix erklären, wer sie waren, als eine Stimme aus der Menge ertönnte. "Das ist ja Spatz!" Schnell war Spatz von ihren Leuten umringt. Die Leute vom Jahrmarkt redeten auf sie ein. Felix konnte dem gantzen nicht so recht folgen. Und genaugenommen wollte er das auch gar nicht. Er wollte eigentlich nur noch schlafen.
Gerade schaute er sich um, wo er es sich mit Emilie bequem machen konnte, als sich eine Frau aus der Menge um Spatz löste und zu Felix herüber kamm. "Die kleine sollte ins Bett. Spatz hat mich gebeten mich darum zu kümmern!"
Felix nickte nur. Emilies kleine Hand schloss sich um die von Felix. "Ich will nicht weg von dir und Spatz!" Angst stand in den Augen des Kindes.
"Felix kniete sich neben Emilie, so das er ihr in die Augen sehen konnte. "Keine Angst. Ich geh nicht weg. Wenn du morgen wach wirst, bin ich immer noch hier. Ich verspreche es dir."
Tapfer nickte Emilie und die Frau nahm sie mit zu einem der Wagen.
'Was für eine Narr' schoss es Felix durch den Kopf. 'Der kleinen zu versprechen, da zu sein ...Das klügste wäre doch ....!' Aber Felix war noch niemals klug gewesen.
Einer der Männer erschien neben Felix und riss ihn aus seinen Gedanken. "Wie sieht die Sache denn aus?"
"Nicht gut! Sie können die Mauern noch halten. Ist aber nur ne Frage der Zeit, bis das erste Tor fällt. Zumindes sah es so aus. Wenn die Sonne aufgeht, wissen wir mehr.
Habt ihr einen Arzt hier oder jemanden, der sich zumindest mit Wunden aus kennt? Könnte einen gebrauchen." Die Worte kammen Felix fast mechanisch über die Lippen.
"Ich schicke jemanden zu euch!" Brummte der Mann. Dann verschwand er. Langsam lies sich Felix an einem der Wagen herabsinken. Seine Augen schlossen sich, währen er auf den Heilkundigenwartete. Schlaf senkte sich auf den erschöpften Mann.
Und mit dem Schlaf kammen die Träume ....
|
Zu wenig Gewalt ist keine Lösung!
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #219 am: 21.07.2010 | 09:34 » |
|
„Die junge Frau meinte ich solle euren Rückzug decken und bevor ich reagieren konnte waren sie und der Mann schon in die Nacht hinein gerannt und ich konnte sie nicht mehr sehen, tut mir leid.“, Johanna sah betreten zu Boden, ihr Gewissen quälte sie das sie ihnen nicht hinterher geeilt war, „Natürlich helfe ich sie zu suchen, ich hoffe sie haben es bis zum Zirkus geschafft. Vielleicht sollten wir dort zuerst nachsehen, bevor wir woanders suchen?“ Johanna wusste nicht ob die beiden Crescenter es ihr zur Last legen würden, wäre den anderen etwas passiert, da ihnen viel an den Beiden und dem Kind zu liegen schien. Doch alle die Dinge die bereits an diesem Abend passiert waren, Johanna glaubte kaum das es erst wenige Stunden her war das sie voller Hoffnung auf die Medikamente für die Kinder gewartet hatten, und dann der Junge Soldat der gestorben war, sie hoffte das sie sich nicht noch mehr schuldig gemacht hatte. Johanna blickte sich wieder suchend um, während sie in einen großen Bogen auf den Zirkus zu ritten, bisher unbehelligt von den Soldaten die alle eilig Richtung Tor und Stadtmauer eilten um die dort bereits Kämpfenden zu unterstützen.
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #220 am: 21.07.2010 | 19:14 » |
|
"WiR hoffen das auch, dass sie den ZiRkus eRReicht haben." Jazhani schaute zu Johanna. "Was weRden wiR tun, wenn wiR den ZiRkus eRReichen und sie doRt sind? Bei der MutteR des Lebens, ich glaube nicht, dass sie uns ungeschoRRen lassen, odeR? Was können, müssen wiR planen?"
|
|
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #221 am: 23.07.2010 | 09:24 » |
|
„Diese Karte, die gestohlen wurde, sie ist für beide Seiten wertvoll, ich weiß nicht was uns noch bevor steht oder was wir planen sollten. Wenn die Drei dort sind müssen wir den Mann zuerst versorgen, er war schwer verletzt. Alles andere wird sich dann zeigen, aber ich befürchte du hast recht.“ Johanna sagte dies alles recht leise und mit einem leichten Zittern in der Stimme, jedoch nicht ohne Hoffnung das sich noch alles zum guten wenden könnte, als die Lichter des Zirkus in Sichtweite kamen. Und sie im schein der Feuer bereits die Umrisse des Sammelsurium an Bewaffneten des Zirkus und des Jahrmarktes erkennen konnten, einfach aufgrund der Masse an Personen war klar das sie sich zusammen getan haben mussten, den keiner hätte so viele Männer alleine aufbringen können..
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #222 am: 23.07.2010 | 19:13 » |
|
"Eine KaRte?!" Ihre Augenbraue zuckte nach oben. "Sie hat WeRt, füR beide Seiten... wenn wiR nuR ihReR habhaft wäRen, dann könnten wiR sie verbRennen im beisein beideR."
Die Crescenterin blickte nach vorne.
"Es wiRd Zeit, das ankommen... so viele sind auf den Beinen. Geheimnisse werden sich nicht uns eRöffnen odeR allen offensichtlich sein.
|
|
|
|
|
MrsPink
Matrose

Karma: 0
Offline
Geschlecht: 
Beiträge: 140
|
 |
« Antworten #223 am: 4.08.2010 | 09:03 » |
|
Sie ritten grade auf eine Menschentraube seitlich des Zirkus zu, wo sich eine Gruppe aus Zirkus und Jahrmarktsleuten besprach. Bevor sie in Hörweite gelangten antwortete Johanna noch zu den Crescentern "Ich glaube nicht das sie es zuließen, heimlich verbrennen ist vermutlich besser." Und den nächsten Worten Jazhanis, folgte ein etwas verwirrter Blick Johannas, denn sie war sich nicht sicher was die Crescenterin gemeint hatte, aber zum Nachfragen kam sie nicht mehr nur wenige Schritte trennten sie noch von den Leuten vor ihnen.
|
Salvador Dali....
„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
„Es gibt viele Narren, die so tun, als wären sie gescheit. Warum sollte ein Gescheiter nicht so tun dürfen, als wäre er ein Narr?“
|
|
|
Rénard
Matrose

Karma: 2
Offline
Beiträge: 823
|
 |
« Antworten #224 am: 7.08.2010 | 20:15 » |
|
"Danke Nasir." Dann glitt sie vom Pferd. Es war gut, das weder Johanna noch Nasir dabei beobachteten sie konnten den ihnen wäre aufgefallen, das sie sich nicht so geschmeidig bewegte wie man es von ihr erwartete.
Ihr war schwindlig, sie brauchte einen Moment um sich zu fangen. 'Verdammter Hund!' fluchte sie in Gedanken. Mit den Augen suchte sie den Platz nach den drei fehlenden ab.
|
|
|
|
|
|