Spatz strich dem Mädchen vorsichtig über den Rücken. Es schien fast so, als hätte die schmächtige Spatz Angst davor das Mädchen zu zerbrechen.
Ihr Blick irrlichterte über den Platz.
Gedämpfte Stimmen, gepaart mit dem scharrenden Geräusch der Kiste, erfüllten den Vorplatz der Kirche.
Der Wind trug fromme Gesänge auf seinem Rücken heran. Legte diese um den Platz wie ein schwerer Umhang, der aus wahrem Glauben und Scheinheiligkeit gewebt schien.
„Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir uns unter das Kirchenvolk gemischt hätten… „
Sie löste eine Hand vom Rücken des Mädchens und deutete mit dieser einen Weg über den Platz an.
„Der Weg scheint mir gut…ich habe ein Auge für so etwas…da hinten scheint eine breitere Straße vom Platz abzugehen. Dahin sollten wir…“
Ein kalter Schauer, wie der Nagel eines ausgestreckten Fingers, fuhr ihr mit einemmal schmerzhaft den Rücken hinab.
Der Kanaldeckel ruckte laut auf. Wie ein sich aufbäumendes, laut schnaubendes Pferd versuchte er die schwere Kiste wutvoll abzuwerfen.
Gedämpfte Stimmen, fluchbeladen, drangen aus der unteren Welt der Kanäle herauf.
Spatz zuckte zusammen, schnappte die Hand der Kleinen und rannte los.
„Alles wird Gut… bestimmt…“
Ein paar Worte die sie leise, aber bestimmt, der Kleinen entgegen schleuderte, die sie mit der Sturheit eines Esels hinter sich herzog und nicht gedachte loszulassen.
Ihre Füße waren flink und machten kleine, schnelle Schritte über den bepflasterten Boden.
Die ersten Kisten schienen ihr förmlich entgegen zufliegen. Ebenso wie der monotone Gesang aus der Kirche.
Das schwere Ächzen der Kiste folgte ihr mahnend.
Es würde nicht mehr lange dauern bis die Männer das Hindernis aus dem Weg geräumt hatten.
Und hier hatten sie ein gutes Schussfeld.
Sie rannte einfach…
…und hoffte die Anderen würden ihr folgen.